Holzturm

Neben einer konventionellen Windkraftanlage mit einem Stahlrohrturm  bittet die Alpswind GmbH auch eine technisch innovative Lösung, den Holzturm, an. Die Vorteile dieser Holzkonstruktion bestehen in der Senkung der Herstellungskosten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des hohen Wirkungsgrades, welchen Windkraftanlagen brauchen. Zielmarke dabei ist eine Kostenreduzierung von 10 bis 20 % aus der Sicht eines vollständig errichteten Turms am Standort des Windparks (also inklusive Infrastruktur, Logistik und Errichtungskosten). Eine bedeutende Rolle hierbei spielt die Reduktion der Logistikkosten durch eine Segmentierung der Turmbauteile in 12 Meter Länge und das leichte Aufstellens des Turms durch speziell für eine effiziente Errichtung vorbereitete Komponentenbauweise (Matador Baukasten Prinzip).

Durch die Modulbauweise ergibt sich eine Reihe von logistischen Vorteilen. Der Holzturm kann einfach vor Ort montiert werden. Der Transport der Teilstücke fällt im Vergleich zu den dem Stand der Technik entsprechenden Konstruktionen (Verbringung der Stahlrohrtürme mittels Schwertransport über weite Strecken) wesentlich leichter. Aus Holzplatten zusammengesetzte Teilstücke können prinzipiell in unmittelbarer Umgebung des Standortes der Windkraftanlage hergestellt werden. So ist es auch möglich, den Turm in einem 40 Fuß Standard-Container zu transportieren, was die Logistikkette stark vereinfacht und zudem noch Exportmöglichkeiten schafft. Ein weiterer Vorteil liegt in der geschlossenen Bauweise des Holzturms. Die Verbindungsmittel sind in die Einzelteile integriert, wodurch ein rascher Aufbau, innerhalb von zwei Tagen möglich ist. Die spezielle Konstruktion, kreuzweise Anordnung der Längs- und Querlamellen, verleiht dem Holzturm große Formstabilität und Witterungsbeständigkeit.

Hinzu kommt, dass Holz gegenüber Beton und Stahl Vorteile aufweist. Beton und Stahl sind teure und knappe Ressourcen, die zudem nur unter Inkaufnahme von großen CO2-Emissionen zur Verfügung stehen. Auch sind die Preise am Weltmarkt für Stahl in jüngster Vergangenheit gravierend gestiegen. Holz ist dabei leicht verfügbar und kann vergleichsweise leicht bearbeitet werden. Dabei ist die Wertschöpfung der Konstruktion mittels Holzwerkstoffen nicht lokal gebunden, sondern kann von ortsansässigen Firmen erbracht werden. Betrachtet man dagegen die Fertigung moderner Stahlrohrtürme, so ist diese mit Guss- und Schweißarbeiten allerhöchster Güte verbunden, die nur von spezialisierten Fachfirmen durchgeführt werden können.